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Susannes Weblog

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I'd say the word you cease to sing,
Will tell all tales you can't.
I'd end the work you darn't begin,
Grow trees you'll never plant.
I'd be the season and the soul,
The layer and your fee,
Good reason and far better goal,
Because I love to be.

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Dienstag, Mai 29, 2007

5/29/2007 02:46:00 PM Autotranslate to English | Espanol | Francais | Deutsch

Ritorno 97/singing

Es ist noch früh am Abend. Aber schon dunkel. Im Licht der Scheinwerfer sehe ich deine Hosenbeine wie zwei miteinander spielende junge Hunde und lache. Obwohl mir nicht danach ist. Der aufgewirbelte Staub riecht zu sehr nach diesem Sommer und macht mich traurig. Als würde es den Staub dazu noch brauchen. Das Tor klemmt, du strengst dich an. Ich werde ungeduldig. Bin nahe daran, zu hupen. Was deinen Ärger hervor riefe. Was wiederum mich noch mehr reizte. Als Kompromiss schalte ich das Radio ein. Gegen das Blubbern des Motors kommt es kaum an. Ich bin müde und möchte auf der Stelle einschlafen. Es ist mir alles zu dunkel jetzt. Und kalt auch. Ich halte meinen Kopf aus den Fenster, rufe laut. Subito. Irgendein Fluch kommt zurück, den ich nicht kenne. Und das Tor geht endlich auf. Dein Zorn über meine Ungeduld gab den Ausschlag. Ich fühle mich schuldig, und nun selbst zornig. Nichts hier funktioniert. Porco dio. Fluchen kann ich mittlerweile auch. Ich gebe Gas und fahre in den Hof. Höre noch deine Füße auf den Kieseln. Würge den Wagen ab, der Motor scheint immer noch etwas nach zu laufen, nachdem ich ihn ausgestellt habe. Dann hüpft er jedesmal ein wenig, wenn ich die Kupplung loslasse. Diesmal trifft es eine deiner geliebten Vasen. Kein guter Beginn eines netten Abends zu zweit.

Ich schaue nach oben. Über dem Dach stehen die Sterne, es ist wieder einmal eine klare Nacht. Bunt hängen sie da herum und spotten unser. Deine Schritte auf dem Kies klingen energisch, ich werde ängstlich und kurbele schnell das Fenster hoch. Du reißt die Tür auf, ich falle fast hinaus. Deine Stimme ist richtig kräftig. Du solltest öfters so wütend werden.

You nearly hit me. Sicher, ich weiß das. Vielleicht wollte ich dich ja treffen. Vielleicht wollte ich dieses ganze schäbige Tor zu Klump fahren und dich gleich mit. Dennoch tust du mir Leid. You're not hurt, are you? Ich klettere aus dem Wagen und nehme dich in den Arm. In letzter Zeit nehme ich dich andauernd in den Arm. Warte, daß du das auch mal wieder tust. Und nicht nur mürrisch irgendwohin starrst. Du bist gleich ruhiger, noch wirkt mein Leib. Ich spüre, wie erregt du bist. Nicht wegen mir, nicht wegen des Tores und meiner forschen Durchquerung desselben. Ich habe jetzt wirklich Angst.

Ich will meinen Kopf gegen deine Brust legen, da machst du dich frei und gehst zwischen den Büschen hoch zur oberen Tür. Meine Gesicht ist heiß, meine Augen tränen sofort. Ich knalle die Tür des Wagens zu und gehe unten ins Haus. Das Licht dort geht nicht. Ich krame ein Feuerzeug heraus und drehe eine neue Sicherung ein. Sofort brüllt oben ein Radio los. Und deine Stimme. Ich mache die Augen zu und lehne mich an die Wand. Zittere. Das Feuerzeug ist brühend heiß, als ich es wegstecken will. Meine Finger tun aasig weh. Von oben schreist du etwas, das Radio krakeelt immer noch. Ich fange an zu weinen.

Mein Bauch tut weh. Bauch, Becken, Oberschenkel. Ich habe selten echte Schmerzen, um so schlimmer jetzt. Ich bin kurzatmig, meine Augen sind schlechter geworden, wenn ich nachgebe, sehe ich leicht doppelte Bilder. Ich habe Angst. Im Flur hier ist es kalt und dunkel. Das jetzt, wo der Strom wieder da ist, aus der Küche kommende Licht reicht gerade aus, um zu sehen, wie verkommen hier doch alles ist. Meine Hand, die flach auf der Wand neben den Sicherungen liegt, fühlt, wie unter ihr der Putz zerbröckelt. In meinem Mund ist ein schlechter Geschmack. Meine Unterlippe scheint zu zittern, als schwappte eine zu schwere Flüssigkeit knapp unterhalb in meinem Mund herum. Mir ist schlecht schlecht schlecht schlecht schlecht.

Ich friere, als ich die Augen wieder aufschlage. Immer noch nur die Funzel in der Küche. Ich lehne an der Wand, daran herab gesunken, mein Kleid ist dreckig und hochgerutscht und meine Beine sind eiskalt. Im Haus ist alles ruhig. Irgendwo jaulen ein paar Köter, fahren Autos, lachen Menschen. Irgendwo tropft ein Wasserhahn, in der Küche bestimmt. Und es riecht unangenehm. Ich rieche unangenehm. Ich weiß nicht wonach, aber ich weiß, daß es nicht gut ist. Mühsam rapple ich mich auf. Gegen die Müdigkeit, die Schmerzen, die jetzt viel heftiger sind. Gehe in die Küche und trinke ein Glas Wasser. Es schmeckt nach den sieben Todsünden. Ich schaue mich im Spiegel über dem Spülstein an. So soll ich also für dich aussehen. Die Haare irgendwie aufgebauscht. Mit Spangen und Klammern belagert. Tiefdunkles Makeup. Braucht es gar nicht, meine Augen sehen ohnehin schon aus, als könnten sie das Licht der Sonne umbringen. Jetzt, durch die Tränen, sieht's noch übler aus.

Ich reiße an meinen Haaren herum, bis alle Spangen auf dem Boden liegen, und wasche mir das Gesicht. Verschmiert das Makeup zwar nur noch mehr, macht mich aber wacher. Und jetzt weiß ich auch, daß es mein Schweiß ist, der mir so unangenehm in die Nase stach. Ich ziehe das Kleid aus und wasche mich. Das Wasser ist kalt wie Hölle, aber es nimmt den Geruch mit weg. Es tut auch gut. Meine Haut zieh sich zusammen, aber ich fühle mich besser. Und die Schmerzen ziehen sich ein wenig zurück. Schön.

Ich lache, als ich daran denke, daß ich doch nur nach oben gehen müßte, da wäre warmes Wasser im Bad, ich könnte mich abschminken. Und ein Bett wäre da, sogar zwei, oder zumindest war es mal so. Vielleicht heute Abend nicht mehr die beste Idee. Aber warum nicht. Irgendwo liegt sicher die Urkunde, die sagt, daß dein Körper mir gehört. Die könnte ich mitnehmen. Senta, signore! Und wenn nicht dein Körper, so doch dein Bett. Meines ist jetzt noch kalt. Mein Körper war beschäftigt, die kalten Steine im Flur zu wärmen, während deiner oben die Bettdecken anheizte. Meiner ohne viel Erfolg. Und von deinem will ich meinen Teil jetzt haben. Presto, signore!

Mitleid ist in mir da, auf einmal, hat sich wieder mal in meine Gedanken geschlichen. Deine Erfolge. Ach ja. Innerhalb und außerhalb deines Bettes ist kein Staat damit zu machen. Nicht mal deine Schuld, auf beiden Schauplätzen nicht. Aber es trennt uns. Setzt dich weit weit weg auf den Hügel der Verbitterung und mich tief nach unten in den Keller der Hilflosigkeit. Wird also wohl nichts heute Abend mit meinem Einzug in dein Bett. Ich nehme mein Kleid und klopfe pro forma ein wenig an dem Dreck hinten drauf herum. Lege es mir über den Arm und schalte das Licht aus und gehe nach oben. Stoße mir unten an der Treppe im Dunklen wieder die Zehen und spüre, wie die Schmerzen zurück kommen. Stufe für Stufe.

Vor deiner Tür zögere ich. Aber es ist nichts zu hören. Ich weiß nicht einmal, wie spät es ist. Die Batterie in meiner Uhr müßte gewechselt werden. Keiner denkt daran. Jetzt denke ich daran. Und wie gerne ich neben dir läge, jetzt. Für dich da wäre und du für mich. In deine Ohren flüsterte und deinem dann ruhiger werdenden Atem lauschte. Und selbst ruhiger würde. Aber du willst jetzt nicht, sonst hättest du doch schauen können, wo ich bleibe. Ob nicht ein wildes Tier mir unten aufgelauert hat, oder ein gemeiner Verbrecher. Für einen Moment tue ich mir so entsetzlich Leid, daß mir der Atem stockt. Dann gehe ich weiter.

Mein Zimmer beruhigt mich. Ich bin gerne dort. Schließe die Tür fest und zünde eine Kerze an und puste sie wieder aus. Achtsames Mädchen. Krieche unter die Bettdecken und rolle mich zusammen, die Hände flach zwischen die Schenkel geschoben. Langsam wird mir wieder warm, langsam hört es in meinem Bauch auf zu stechen, langsam denke ich einfacher, sicherer, ordentlicher. Der kleine Wecker auf dem Nachttisch tickt emsig, ich liebe sein Geräusch. Die Balken knacken hin und wieder, das kenne ich nun. Und durch das Fenster kommen Tiergeräusche und das ewige Scharren der Äste an der Hauswand. Zusammen mit diesem dünnen Mondlicht, das Schäbiges schäbiger und Schönes müde macht. Nur mich nicht.

Ich spüre, daß ich meinen Kopf hin und her drehe, als wollte ich ihn in das Kopfkissen hinein schrauben. Eine fast unwillkürliche Bewegung. Ich versuche, sie zu beenden. Es geht nicht. Mein Kopf arbeitet für sich. Als fühlte er sich unwohl, da auf meinen Schultern. Was ich ihm nicht verdenken kann. Und was mich dennoch ärgert. Dummer Kopf. Wird doch nie wissen, ob es ein Junge oder ein Mädchen geworden wäre.

Und plötzlich schlafe ich ein.

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