Straffes Polster, hart gespanntes, rotes Leder,
Glanz, in dem sich spiegelt, was gefällt.
Auf weißem Holzfrei kratzt die Feder,
Scheckbuchcharme, ausgestellt,
dahinter Muskeln unter Kammgarn,
phasen-modulierter Kreis,
integraler Teil der Nervenbahn,
ein schlankes, hohes Glas voll Eis.
Keine Sätze, knapper Code, stummer, schneller Blick,
die angespannte Miene, Winke,
ein gestreckter Hals, vor und zurück,
Standbeinwechsel, linke
Hand lässig in der Hosentasche,
makellos das Hemd wie Schnee,
im Silberkühler fette Flasche,
zu schwarzen Riemchen rote Zeh.
Halbdunkel, nur ein Spot wirft punktgenaues Licht,
wo Bässe stramm nach Därmen greifen,
matt im Nebel Schatten dicht an dicht,
Hüften, die sich streifen,
ein gezackter Rand, ein weißer Arm,
Körper und Geruch nach Dope,
Luft, die eisig kalt von draußen kam,
ein wilder Kampf zum Stroboskop.
Im Treppenhaus an rauhe Wand in Lippengier
den bloßen Rücken roh angepreßt,
Gehechel aus der Unterwelt, ein Stier,
der sich ein Bein ab wetzt,
einen feuchten Strichabzug vom Mund,
ein Blitzen an den Fingern,
geschält, innen wie von außen wund,
leises, unterdrücktes Wimmern.
Im glatten Dress den Kinderleib ausgeschüttelt,
die bleiche Haut gezeigt, Freche her,
am Glücksrad einmal geil gerüttelt,
etwas Geschlechtsverkehr,
in den Poren klebt der fremde Schweiß,
beide tights sind ruiniert,
zwischen den Schenkeln trieft es noch naß,
bis sich das irgendwann verliert.
Das Viereck seiner Hosen ruht gelassen auf
der Kante eines flachen Sessels,
blaue Augen blicken in den Lauf
von bloßen Füßen auf Parkett,
unauffällig lauscht er nach dem Klang
der Reibung nackter Haut, wenn
sich die Beine kreuzen auf dem Gang,
ihm zu Gefalle sind sie schön.
Im Silberleuchter auf dem Tisch wird sanftes Licht
von weißen Kerzen mehrfach heller
hin und her gebrochen, spiegelt sich
in Gläsern, die Teller
liegen auf dem langen, schmalen Tisch
wie Panzer von Albinos,
Kröten aus der Erde, kriecherisch
verließen sie den dunklen Schoß.
Weiches Garn umschmeichelt zart gespannte Seide,
Fußbett stützt wohlig das Gewölbe,
im Nacken atmet aus dem Leibe
ein zarter Duft. Gelbe
Chrysanthemen sterben wasserlos.
Vom Ohrläppchen hängt weißes
Gold, der schlanke Hals ist bleich und bloß,
ein Achat als Schmuck des Kleides.
Lesezeichen zwischen die Seiten, weggelegt
das Buch, die Augen aufgeschlagen,
die Hände falten sich, unbewegt,
nicht Jammern, nicht Klagen,
ein flinkes Lächeln um die Lippen,
vom Knie herab die Länge
kühler Schärfe, das freche Wippen
schlägt kaum merklich über Stränge.
Gute Muskeln strecken Schenkel, Rücken, Bauch, Brust,
Haut umschließt sorgsam jedes Zucken,
Organe, Bahnen aus Schmerz, von Lust,
ein Futter den Blicken,
begrenzt Atmen und Fühlen, sie spürt
nach dem Außen, dem Jenseits
von ihr, dem einen Impuls. Verführt,
sich zu lösen. Wartet bereits.
Auf hartem Polster wunderzart,
postmoderne Frauenart.
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